Von Gaumenfreuden und geistigen Muntermachern ...
Die deutsche Küche ist geprägt von regionaler Vielfalt. Ob Thüringer Rostbratwurst, Westfälischer Schinken, Original Münster Pumpernickelbrot, Himbeergeist, Korn, Schwarzwälder Kirschtorte oder Lübecker Marzipan.
Hypotrimma (Salat mit scharfer Käsesauce) oder Perna cum caricis (mit Myrthe gekochter Schinken, Feigensauce)? - In Trier kann man nicht nur verschüttete Lateinkenntnisse wieder auffrischen, sondern sich rund und glücklich essen - wie weiland die Römer, die die Stadt begründeten. Und ohne darüber eine andere Spezialität zu vernachlässigen, die sie Mosel, Saar und Ruwer bescherten: den Wein. Die Wohltaten, die die Ahnen der Nachwelt hinterließen, bündelt Trier in zwei Pauschalprogrammen: "Römer und Wein" mit einem 4-Gang-Menue nach original römischen Rezepten sowie "Wein- und Sektkultur in Deutschlands ältester Stadt" mit einem "Abendessen im Sinne von Wein und Sekt" plus einer Wein- und Sektprobe.
Wiesbaden, quasi Hauptstadt der Weinlandschaft Rheingau gehört ebenfalls zu den Metropolen im Reiche des Bacchus. Ob in der eleganten Innenstadt oder den verwinkelten Vororten in Waldes- und Flussnähe, in Wiesbaden gehört das Wort "Prost" , bevor man mit spritzigem Riesling oder perlendem Sekt gefüllte Gläser klingen lässt, schon immer zum festen Vokabular.
Auch in anderen Breitengraden spielen Reben eine tragende Rolle. So in Freiburg, Zentrum des Badischen Weinbaus, dass das klassische "Viertele" (0,25 l) hochhält. Begleitet von herzhaften Spezialitäten wie Schwarzwälder Schinken, edlen Genüssen wie dem einheimischen Spargel (von Mitte April bis Mitte Juni), Schwarzwälder Forelle oder Wildgerichten. Zahlreiche Gruppenangebote, von der Weinprobe mit Küferteller über das Diner Oenologique (Weinbaukunde), einem dreigängigen, typisch badischen Menü mit neun regionalen Weinspezialitäten, bis zur Rollenden Weinprobe, einer Verkostung in der Straßenbahn mit Stadtrundfahrt, sensibilisieren Geist und Zunge.
Würzburg ist die Metropole des Frankenweins und besitzt einige berühmte Großweingüter. Sein Bürgerspital-Weingut zum Heiligen Geist gilt als Geburtshaus des Bocksbeutels, jener flachen, bauchigen Flasche, die für fränkischen Wein schlechthin steht. Hier sind Weinproben und Kellerführungen ebenso möglich wie im Staatlichen Hofkeller oder im Weingut Juliusspital. In einer Gegend freilich, in der Bier nicht als alkoholisches Getränk, sondern Grundnahrungsmittel gilt, darf eine Besichtigung in der mehr als 350 Jahre alten Großbrauerei Würzburger Hofbräu - mit zünftiger Bierprobe - nicht fehlen.
Wer in der mittelalterlichen Stadt Regensburg auch kulinarisch ins Mittelalter zurückeilen will, wählt das 3-Tagesprogramm "Regensburg & Ritteressen" mit gemütlicher Schifffahrt sowie Falknereibesichtigung und Rittermahl erfahren auch die Geschmacknerven Historie pur.
Das "Güldene Schaf" in Heidelberg handhabt Zeitreisen flexibel: Hier serviert der Hausherr überlieferte Tafelsitten und Kulturgeschichte der Region aus diversen Epochen samt historischer Menüs, passender Tischmusik und sachkundiger Kommentare.
Auch wenn sie vom Namen her ein Münchner Kindl ist, die "Ente" in dem Leading Hotel of The World, dem "Nassauer Hof", in Wiesbaden, ist einer der Spitze-Gourmettempel in Deutschland. Auch das "Käfers", die erste Feinschmecker-Adresse, im Kurhaus -vor allem tagsüber- hat seine Wurzeln in der Bayerischen Landeshauptstadt.
In Koblenz, der Geburtsstadt des Namenspatrons eines berühmten Sektes, Fürst Metternich (später österreichsicher Kanzler), braut man im Hause Königsbacher auch ein weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekanntes und beliebtes Bier, das die bodenständigen Rheinländer gerne zu ihrem Nationalgericht, dem "Dippekooche", einem Topfkuchen aus geriebenen Kartoffeln, Zwiebeln, Wecken, Eiern, Mehl und Gewürzen. Für einen echten Koblenzer ist der "Dippkooche", Gänsebrust, Lachs und Kalbsbraten immer vor zu ziehen. Heiß geliebt und bei ebensolcher Temperatur verzehrt, die "Krebbelcher", kleine Kartoffelpuffer.
Sterneküche und himmlische Spezialitäten findet man auch in Osnabrück. Mitten im Herzen der Osnabrücker Altstadt liegt das Restaurant la vie. Sein Patron und Küchenchef Thomas Bühner wurde von allen führenden Guides mit Bestnoten ausgezeichnet. Er zählt zu den zehn besten Köchen Deutschlands. Selbstverständlich kocht der Spitzengastronom mit saisonalen und regionalen Zutaten. Feine Spargelgerichte und deftiges zur Grünkohlsaison haben aber alle Restaurants der Stadt und im Osnabrücker Land auf ihren Speisekarten.