Mehr als 1200 Jahre Stadtgeschichte spiegeln sich in den Straßen und Mauern Münsters. Am Domplatz nahm die Siedlung um 700 ihren Anfang, als der Missionar Liudger – ausgesandt von Karl dem Großen - das Kloster Monasterium gründete. Hier erzählen heute St. Paulus-Dom und Domkammer von der mehr als 1200-jährigen Bistumsgeschichte.
Die heutige Gestalt des Domes ist im Wesentlichen ein Werk des 13. Jahrhunderts. Besonders sehenswert sind die mächtige Christopherus-Figur mit einem echten Baum in der Hand und die Astronomische Uhr - ein Wun-derwerk des Spätmittelalters, dessen Kalender bis in das Jahr 2071 geht. Die Domkammer mit ihren Objekten der Goldschmiede- und Textilkunst zählt zu den bedeutendsten Schatzkammern Europas.
Nur wenige Schritte entfernt erzählt der Prinzipalmarkt von der historischen Hansestadt. Die Straße mit ihren mittelalterlichen Patrizierhäusern und den charakteristischen Bogengängen zählt bis heute zu den schönsten Einkaufsadressen Deutschlands. Drei eiserne Käfige im Turm der Lamberti-Kirche erinnern an die Wiedertäufer, die hier nach ihrer Hinrichtung dem Volk zu Abschreckung ausgestellt wurden. Ihre Herrschaft folgte auf die Einführung der Reformation um 1530 und wurde schließlich blutig niedergeschlagen.
Inmitten der Stadt steht auch das historische Rathaus, in dem 1648 der Westfälische Frieden ausgehan-delt wurde. Zum ersten Mal in der Geschichte Europas war es hier gelungen, politische und konfessionelle Konflikte durch Verhandlungen statt durch Waffengewalt zu lösen. Schauplatz des bedeutenden Kongresses war der Friedenssaal, der noch heute wichtigster Repräsentationsraum der Stadt ist. Mit der jährlichen Aktionswoche „Westfälischer Frieden – gestern.heute.morgen.“ rund um das historische Ereignis macht die Stadt ihre aktuelle Kompetenz für Friedenssicherung, Vermittlung und Dialog sichtbar.
Auf den Spuren des großen westfälischen Baumeisters Johann Conrad Schlaun finden sich im Herzen der Stadt prächtige Barockbauten wie der Erbdrostenhof oder die Clemenskirche. Zusammen mit der Dominikanerkirche bilden sie die „Barockinsel“. Auch das fürstbischöfliche Stadtschloss aus dem Jahre 1787 stammt von Schlaun. Heute beherbergt es die Verwaltung der Westfälischen Wilhelms-Universität. Als Franz von Fürstenberg die Hochschule 1780 gründete, legte er damit den Grundstein für die Entwicklung Münsters zum Wissenschaftsstandort. Insgesamt gibt es heute in Münster acht Hochschulen. Rund 50.000 Studierende prägen das Leben und das Gesicht der Stadt.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt fast vollständig zerstört und auch der prachtvolle Schaugiebel des Rathauses fiel Angriffen zum Opfer. Mit großem Engagement der Kaufleute und Bürger wurde der Wiederaufbau vorangetrieben. Er orientierte sich am alten Stadtbild. Heute sind die historischen Fassaden Markenzeichen von Münsters Innenstadt.